Fr–So 29.–31.5.2026 // 14.00–18.00
Im Rahmen des Independent Space Index Festivals 2026

Fr–So 29.–31.5.2026 // 14.00–18.00
Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // freie Spende // Snacks & Drinks
Im Rahmen des Independent Space Index 2026 – Festival der unabhängigen Kunsträume in Wien
Mit Jackson Carroll, Ariathney Coyne, Bianca Figl & Sasha Portyannikova, Andrea Gunnlaugsdottír, Sunggu Hong, Masoumeh Jalalieh, Kilian Jörg & Alexis Shotwell, Alireza Khosroabadi, Sara Lanner, Johanna Nielson & Marina Poleukhina, Sveta Schwin, Laura Vilar & SCHULE@Im_flieger 2026: Annelie Andre, Natalie Campbell, Ariathney Coyne, Luisa Pisetta Ravanelli, Sasha Portyannikova, Hannah Zauner
Wir zelebrieren die Leichtigkeit des Scheiterns. Wir laden ein, über den Unterschied zwischen traditioneller und zeitgenössischer Kunst nachzudenken. Wir enthüllen die Geschichte eines Liebesbriefs und seines Verschwindens. Wir erschaffen eine gemeinsame Komposition aus bewegten Körpern, gesprochenen Texten und allem, was dazwischen liegt. Wir verwandeln Probleme in Poesie und fangen die stillen Wunden alltäglicher Konfrontationen ein. Wir bewegen uns über die poröse Linie zwischen Innen und Außen – wie viel Welt kann ein Körper tragen? Wir spekulieren über inklusivere Formen der Moral, um eine offenere und widerstandsfähigere Gesellschaft aufzubauen. Wir ringen mit Gefühlen der Entfremdung und des Fremdseins. Wir befragen die (Nicht-)Berührung zweier Seiten. Wir spazieren zwischen zwei Kontinenten. Wir übersetzen alles, während einer Kiwi (der Frucht) die Haare geschnitten werden. Wir lauschen dem stillen Aushandeln zwischen Körper und Grenze, Präsenz und Abwesenheit, Erinnerung und dem Abdruck, den sie hinterlässt.
Die Künstler:innen und Teammitglieder, die im Jahr 2026 bei Im_flieger arbeiten, wurden eingeladen, ihre künstlerischen Praktiken, Performances und andere Formate vorzustellen. 19 Künstler:innen antworteten mit unterschiedlichen Beiträgen. Das dreitägige Programm lädt Besucher:innen ein, in eine Vielzahl von körperbasierten Praktiken Einblick zu erhalten, sowie Performances, Videoinstallationen und hybride Formate zu erleben.
Detailliertes Programm:
Fr 29.5. – So 31.5.2026
14.00–18.00 // unfolding lines // Masoumeh Jalalieh (IR/AT) // Kurzfilm, 10’ (Loop)
unfolding lines ist ein kurzer Tanzfilm, der in den letzten Tagen vor meiner Abreise aus dem Iran entstand. Er basiert auf einer persönlichen Bewegungsforschung, die von der Spannung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Innen und Außen, den sich wandelnden Strukturen geprägt ist, die den Körper umfassen, drücken und ihn still umformen. Das Werk reflektiert, wie wir uns ständig in Räume einfügen – physische, emotionale und imaginäre. Sobald wir uns niederlassen, erhebt sich ein Rahmen um uns. Diese Rahmen formen unsere Körper und unsere Gedanken; sie bleiben lange in der Luft schwebend, nachdem wir uns entfernt haben. Aus den Spuren dieser unsichtbaren Linien, die sich treffen, kreuzen und an den Oberflächen des Rahmens anlehnen, entfalten sich neue Formen und subtile Ausdrucksweisen. Der Film lauscht diesem stillen Aushandeln zwischen Körper und Grenze, Präsenz und Abwesenheit, Erinnerung und dem Abdruck, den sie hinterlässt.
14.00–18.00 // Scores in transit // Alireza Khosroabadi (IR/AT) // Performancedokumentation, 10’ (Loop)
Ein Spaziergang zwischen zwei Kontinenten: von Europa nach Asien, von Wien nach Teheran, von der Bräuhausgasse 40 zum Golha-Platz. Diese Reihe von Scores präsentiert eine Performance mit dem Titel A Biography, inspiriert von einer Reise der Erinnerung und Fantasie, die sich im Kopf eines Künstlers mit Migrationsbiografie abspielt.
Freitag 29.5. / DAY 1
14.00–14.20 // And Now // Johanna Nielson (AT) & Marina Poleukhina (AT) // Performance, 20’
And Now ist eine poetische Musik- und Tanzperformance, ein Raum für das Ungeplante und das Magische des Miteinanders – hier und jetzt. Die beiden Künstlerinnen verwandeln die Bühne in einen Spielplatz für die Begegnung von Stimmen und Bewegungen und zelebrieren die Leichtigkeit des Scheiterns sowie die Zerbrechlichkeit von Momenten, die dennoch starke, berührende Erlebnisse kreieren. And Now ist eine kontinuierliche Erkundung von Klang, Bewegung und Interaktion in Echtzeit, bei der die Performerinnen und das Publikum zusammenfinden – im Absurdum, im Scheitern, in der Freude und im Staunen.
14.45–15.30 // Peacock and Swan walk into a bar // Bianca Figl (AT/ID), Sasha Portyannikova (AT/RU) // Workshop, 45’
Ein performativer Workshop, der die Strategien der Bewegungssprache und die kodifizierten Widerstandstechniken der Äsopischen Tanzkunst in als traditionell wahrgenommenen und bezeichneten Formen vorstellt. Bianca und Sasha geben Einblicke in die häuslichen Kontexte und Bedeutungen kanonischer Tanzpraktiken und laden das Publikum ein, über den Unterschied zwischen traditioneller und zeitgenössischer Kunst nachzudenken.
15.45–16.05 // love letters (in flight) // Ariathney Coyne (GR/AT) // Performance, 20’
love letters (in flight) ist eine fortlaufende Performance, die von Bewegung, Sprache und audiovisuellen Elementen getragen wird. Mit zwei Stimmen und doch nur einem Körper wird der innere Dialog der Performerin hörbar und enthüllt die Geschichte eines Liebesbriefs und seines Verschwindens. Es entsteht eine spielerische Dokumentation dessen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Tanz, humorvolle Gespräche, melancholische Melodien und visuelle Elemente werden zu einer Collage verwoben, die eine Sammlung von Liebesbriefen präsentiert.
16.30–17.00 // Over and over again. // SCHULE@Im_flieger 2026 // Performance, 30’
Die Künstler:innen der SCHULE@Im_flieger 2026 laden zu einer gemeinsamen Komposition ein. Ein experimenteller Score aus bewegten Körpern, gesprochenen Texten und allem, was dazwischen liegt. Im Laufe des SCHULE-Programms hat die Künstler:innengruppe Texte, Bilder, Eindrücke und mehr in einem digitalen Logbuch gesammelt. Während der Performance werden diese Texte geteilt und der Raum durch ihre Körper geformt. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich durch Beobachtung, Bewegung oder das Lesen von Texten aus dem gemeinsamen Logbuch zu beteiligen.
17.30–17.50 // Mama du bist eh nur ein Geringverdiener // Andrea Gunnlaugsdóttir (IS/AT) // Performance-Lesung, 20’
Eine Performance-Lesung, die auf einem realen Dialog zwischen Eltern und Teenager basiert, in dem Probleme in Poesie verwandelt werden und die stillen Wunden alltäglicher Konfrontationen einfangen.
Samstag 30.5. / DAY 2
14.00–14.35 // KLУNP [ˈklunp] // Sveta Schwin (RU/AT) // Performance, 35’
Als KLУNP trifft Sveta Schwin auf ein Gegenüber, das aus ihrem Tun entsteht. Das Selbst: Ursprung und Echo. Papier ist die Fuge zwischen Handeln und Begreifen. Im milchigen Weiß kippt Vertrautes ins Fremde, wird Möglichkeit. Im staunenden Blick überschreitet das Selbst sich selbst. Eine Performance über das Erfinden und das Erkennen, über die poröse Linie zwischen Innen und Außen — und darüber, wie viel Welt ein Körper tragen kann.
15.00–16.30 // An Ecology of Moralizing // Kilian Jörg (AT) & Alexis Shotwell (CA) // Workshop, 90’
Wie stehst du zum Thema Moralisieren? Hattest du jemals den Drang, etwas zu sagen, aber hast dich dann nicht getraut, für deine Werte einzustehen, weil es sich … nicht richtig anfühlte? Hattest du das Gefühl, Grenzen zu überschreiten, weil … du nicht moralisieren wolltest? In diesem Workshop möchten wir gemeinsam erforschen, warum und wie das so ist. Wir wollen uns mit dem Unbehagen des Moralisierungsimpulses auseinandersetzen und erforschen, was körperlich in uns, zwischen uns und um uns herum geschieht, wenn wir moralisieren – oder uns dagegen entscheiden. Wir wollen über inklusivere Formen der Moral (die etymologische Wurzel von Moral bedeutet so viel wie „Gebräuche“) spekulieren, um gemeinsam eine offenere und widerstandsfähigere Gesellschaft in Zeiten des aufkommenden Faschismus und der moralischen Verkommenheit der kapitalistischen Elite aufzubauen.
16.45–17.05 // State Funded Piece of Meat // Jackson Carroll (CA/AT) // Performance, 20’
State Funded Piece of Meat sollte ursprünglich eine satirische Auseinandersetzung mit der österreichischen Einwanderungspolitik sein, dargestellt in Form einer Solo-Tanzperformance mit Stand-up-Comedy. Das wäre ein sehr ergreifendes Stück geworden! Ich bin mir im Moment nicht sicher, was das Stück eigentlich ist. Der Prozess war unvorhersehbar und ist noch lange nicht abgeschlossen. Er untergräbt seine eigene Intention, schafft es aber dennoch, den Bezug zum ursprünglichen Zweck zu bewahren. Durch die Linse meiner persönlichen Erfahrungen mit der MA 35 und die Erkundung der Schnittstellen zwischen Tanz, Semantik und Comedy werden diese zu Portalen, um die Erfahrung, in Österreich ein „fremder“ Mensch zu sein, zu teilen. State Funded Piece of Meat ringt noch immer mit der Absurdität der Einwanderungspolitik sowie mit allgemeinen Gefühlen der Entfremdung und des Fremdseins.
17.25–18.00 // BIRDS OF THE <ZWISCHENLAGER> // Sara Lanner (AT) // Film, 2025, 35’
Am Grenzverlauf des ehemals Eisernen Vorhangs handelt BIRDS OF THE <ZWISCHENLAGER> davon, wie zwischen der (Nicht-)Berührung zweier Seiten, Personen oder Länder ein Raum entsteht, der über die Dauer von Sekunden bis Jahrhunderte Platz für einen Weg, eine Brücke oder ein gemeinsames Verweilen und Erleben bietet.
Die Performance führt den Blick der Betrachtenden hinter die Vogelschauplätze des Naturraums March-Thaya-Auen und setzt darüber hinaus Sara Lanners performativ-materielle Praxis zum Thema Infrastruktur in Dialog mit Ilona Némeths Skulptur Grandstand 8, Greetings from Ringelsdorf-Niederabsdorf for Bruce Nauman (2022) sowie dessen Umgebung.
(Eine Produktion von Living Examples. Mit freundlicher Unterstützung von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie Stadt Wien Kultur.)
Sonntag 31.5. / DAY 3
14.00 // Plastique Chords // Sasha Portyannikova (AT/RU) // Workshop
Seit 2015 erforscht Sasha Portyannikova wenig bekannte Archive früher sowjetischer Tanzexperimente. Die Ergebnisse dieser Forschung fanden ihren Ausdruck in öffentlichen Laboren, multimedialen Performances und einem Buch mit dem Titel „The Manual for the Practical Use of a Dance Archive“. In diesem Workshop (open level) werden praktische Werkzeuge für die Tanzimprovisation vorgestellt, die von den Archivmaterialien inspiriert sind.
15.45–16.15 // Scores in transit // Alireza Khosroabadi (IR/AT) // Buchpräsentation/Video, 30’
Ein Spaziergang zwischen zwei Kontinenten: von Europa nach Asien, von Wien nach Teheran, von der Bräuhausgasse 40 zum Golha-Platz. Diese Reihe von Scores präsentiert eine Performance mit dem Titel A Biography, inspiriert von einer Reise der Erinnerung und Fantasie, die sich im Kopf eines Künstlers mit Migrationsbiografie abspielt.
16.45–17.15 // trans-lateness // Sunggu Hong (KR/AT) // Performance, 30’
Ich werde alles in etwas übersetzen (wie du möchtest: Zeichnung, Skulptur, Bewegung usw.), während ich einer Kiwi (der Frucht) die Haare schneide. Wenn du etwas Inspiration brauchst – für deine Arbeit oder dein alltägliches Leben – komm gerne mit allem vorbei (mit einem Gedanken, einem Objekt, einer Bewegung, …). Aber wir werden immer etwas spät dran sein.
17.30–17.40 // unfolding lines // Masoumeh Jalalieh (IR/AT) // Film, 10‘
unfolding lines ist ein kurzer Tanzfilm, der in den letzten Tagen vor meiner Abreise aus dem Iran entstand. Er basiert auf einer persönlichen Bewegungsforschung, die von der Spannung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Innen und Außen, den sich wandelnden Strukturen geprägt ist, die den Körper umfassen, drücken und ihn still umformen. Das Werk reflektiert, wie wir uns ständig in Räume einfügen – physische, emotionale und imaginäre. Sobald wir uns niederlassen, erhebt sich ein Rahmen um uns. Diese Rahmen formen unsere Körper und unsere Gedanken; sie bleiben lange in der Luft schwebend, nachdem wir uns entfernt haben. Aus den Spuren dieser unsichtbaren Linien, die sich treffen, kreuzen und an den Oberflächen des Rahmens anlehnen, entfalten sich neue Formen und subtile Ausdrucksweisen. Der Film lauscht diesem stillen Aushandeln zwischen Körper und Grenze, Präsenz und Abwesenheit, Erinnerung und dem Abdruck, den sie hinterlässt.
Änderungen vorbehalten
Alexis Shotwell (CA) ist eine kanadische Philosophin, Aktivistin und Professorin am Fachbereich für Soziologie und Anthropologie an der Carleton University in Ottawa. Sie arbeitet in den Bereichen Sozialphilosophie, politische Theorie und feministische Philosophie, insbesondere zu Fragen der moralischen Komplizenschaft. In ihrer akademischen Arbeit befasst sie sich mit Umweltgerechtigkeit, Rassenbildung, Behinderung, unaussprechlichem und unausgesprochenem Wissen, Sexualität, Geschlecht und politischem Wandel. Sie ist die Autorin von Knowing Otherwise: Race, Gender, and Implicit Understanding (Penn State Press, 2011) und Against Purity: Living Ethically in Compromised Times (Minnesota University Press, 2016). Sie hat u. a. in Signs, Hypatia, The International Journal of Feminist Approaches to Bioethics und Sociological Theory veröffentlicht. Als Aktivistin ist sie Teil des punchupcollective. Ihre politische Arbeit konzentriert sich auf queere Selbstbestimmung, indigene Solidarität und Dekolonisierung sowie feministische Gemeinschaftsbildung. www.punchupcollective.org
Alireza Khosroabadi (IR/AT) ist ein iranischer, in Wien ansässiger Theatermacher, interdisziplinärer Künstler und Choreograf. Er erforscht den Grenzraum zwischen Performance, Choreografie und Theater, indem er Grenzen zwischen ihnen verwischt. Seine Praxis umfasst Bühnenaufführungen, öffentliche Interventionen und Alltags-Scores, die oft soziale und politische Themen behandeln. Im Laufe der Zeit konzentrierte er sich darauf, Theater und Räume als Orte für kollektives Denken neu zu kontextualisieren. Er nutzt spielerische Erkundungen von Lebendigkeit und Wahrheit und arbeitet mit individuellen und kollektiven Identitäten der Performenden, um Identität zu politisieren. Seit seinem Umzug nach Österreich beschäftigt er sich besonders mit gesellschaftlichen Dynamiken, Anderssein und Mehrsprachigkeit. www.alireza-khosroabadi.com
Andrea Gunnlaugsdóttir (IS/AT) geboren in Reykjavík, Island, ist eine in Wien lebende Tänzerin und Choreografin. In eigenständigen und kollaborativen Konstellationen bewegen sich ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Tanz und Performance und suchen mitunter Formate jenseits der Bühne. Ihre jüngste Arbeit CUMULUS in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Claudia Lomoschitz tourte kürzlich in Österreich und Island und wird demnächst in Norwegen zu sehen sein. Andrea hat mit vielen in Wien lebenden Künstlern wie Doris Uhlich, Alix Eynaudi, Andrea Maurer, Veza Fernandes u.a. zusammengearbeitet. Als nächstes wird sie im brut Wien in der Arbeit der Choreografin Sara Lanner auf der Bühne stehen. Andrea hat von Anfang an zwei Kinder neben ihrer künstlerischen Karriere großgezogen und dabei einige Erfahrung mit dem Gefühl von FOMO gesammelt.
Annelie Andre (AT) hat 2018 ihren MA in Choreographie am HZT Berlin abgeschlossen. Zuvor hat sie Zeitgenössische Tanzpädagogik an der MUK in Wien studiert. 2020 erhielt Andre das Startstipendium (BMKÖS) und 2021 ein Residenzstipendium im Künstlerhaus Lukas/Ahrenshoop, die Tanzrecherche NRW und die DIS-TANZEN Solo Förderung. Sie war Teil des internationalen Austauschprogramms „Crushing Borders“ in Genf 2021 (Residenzförderung des BMKÖS) und Lehrbeauftragte am HZT Berlin (2021 & 2022). Im August 2022 hatte ihr Gruppenstück „Archives of Collapse“ im Uferstudio 14 in Berlin Premiere. 2023 arbeitete sie als Performerin für das SINT-Kollektiv und MS Schrittmacher, choreographierte ein Stück für 24 Tänzerinnen des Bildungsjahr Tanz (SENECA) und lehrte in unterschiedlichen Kontexten. In den Jahren 2024 und 2025 war sie Choreographin für den Abschlussjahrgang an der MUK Wien und hatte verschiedene Lehrtätigkeiten (z.B. am Festspielhaus St. Pölten). www.annelieandre.com
Ariathney Coyne (GR/AT) ist eine in Wien lebende Künstlerin und Lehrerin, die sich fließend zwischen Performance, Tanz und audiovisueller Kunst bewegt. Als ausgebildete Neurowissenschaftlerin, studierte sie anschließend zeitgenössischen Tanz und Medienkunst in Linz und Berlin. Sie blüht in forschungsorientierten Umgebungen auf und lässt sich von Neugier, Improvisation und der subtilen Kunst des Scheiterns/Lernens leiten. Ihre Arbeiten verbinden Bewegung, Film, Ton und Sprache, um kritische, humorvolle oder sinnliche Einblicke in unsere gemeinsamen Realitäten zu teilen.
Bianca Figl (AT/ID) verbindet Forschung und künstlerische Praxis in kollaborativen Projekten, die sich an der Schnittstelle von Tanz, Archivarbeit, Bildung und dekolonialer Forschung bewegen. In ihrer künstlerischen Arbeit verknüpft sie indonesische Tanzformen mit zeitgenössischen Fragestellungen zu Erinnerung, verkörpertem Wissen und kolonialer Geschichte und setzt sich dabei kritisch mit dem Körper als aktivem und dynamischem Archiv auseinander. Von 2012 bis 2020 arbeitete sie während der umfassenden Umbauphase am Weltmuseum Wien und wirkte dort an der Programmentwicklung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Ausstellungsgestaltung mit, wobei ihr Schwerpunkt auf partizipativen kuratorischen Strategien lag. Sie promovierte in Arts Practice Research an der University of Limerick (Irland), wo sie sich in ihrer Forschung mit alternativen Ansätzen zur Wissensproduktion und der Politik der Repräsentation in verkörperten Archiven befasste. Figl lehrt an der Universität Wien im Bereich Museums- und Bildungswissenschaften und ist als Gastforscherin und Gastdozentin am Institute of the Arts (ISI) Surakarta in Indonesien tätig.
Hannah Zauner (AT) arbeitet in der freien Szene als Tänzerin und Choreografin für Film, Theater und Performance sowie als Regieassistentin mit Produktionen im Theater am Werk, Theater Drachengasse, Dschungel Wien und anderen. Sie ist Teil der Performancegruppe Kollektiv Klaus und setzt eigene Produktionen wie PHANTOM mit Vorstellungen im Theater Arche, Off-Theater etc. um. Zauner studierte Kultur- und Sozialanthropologie und absolvierte Ausbildungen im Zeitgenössischen Tanz & Choreographie (La Faktoria, Pera & Seneca Intensive).
Jackson Carroll (CA/AT) ist ein kanadischer Tanzkünstler, der derzeit in Wien lebt. Nach einer langjährigen Karriere als Tänzer in internationalen klassischen Institutionen, zuletzt beim Wiener Staatsballett, hat Carroll seinen Schwerpunkt nun auf andere Bereiche verlagert. Er arbeitet häufig mit Chris Haring bei Liquid Loft zusammen und unterrichtet regelmäßig am TanzQuartier Wien. Außerdem war er als Choreograf für David Schalkos „Braunschlag 1986“ tätig. Neben seiner Tanzpraxis tritt Jackson gelegentlich als Stand-up-Comedian auf und produziert DIY-Filme unter dem Pseudonym Anus Varda.
Johanna Nielson (AT) ist (auch) eine Tanz- und Performancekünstlerin, die in Wien lebt und arbeitet. Ihre künstlerische Praxis umfasst Tanz, Stimme und Improvisation mit einem Fokus auf Phänomene des Sinnlichen und Erfahrbaren. In Zusammenarbeit mit Agnes Schneidewind realisierte sie eine Reihe von performativen Experimenten (AH I SEE), die sich mit Mechanismen der Übersetzung und Wahrnehmung beschäftigen. Johanna erforscht das Zusammenspiel von (experimenteller) Musik und Tanz mit Künstler:innen wie Tobias Leibetseder, Marina Poleukhina und Stefan Voglsinger. Sie trat mit luxflux, Arne Mannott, Alexander Chernishkov/Error Theater, Evandro Pedroni, Oleg Soulimenko und vielen anderen auf. www.johannanielson.com
Kilian Jörg (AT) arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema ökologische Katastrophen und wie man sich deren transformative Kräfte am besten vorstellen und einsetzen kann. Frühere Veröffentlichungen befassten sich mit der Clubkultur, dem politischen Backlash aus ökologischer Sicht, der Kultivierung von Distanz in katastrophalen Zeiten und einer spekulativen Religion des Abfalls. Seine aktuellen Forschungsthemen sind das Auto als Metapher für unsere toxischen Verstrickungen mit modernen Lebensstilen (erscheint in Buchform als „Das Auto und die ökologische Katastrophe“ im September 2024), die sozialpsychologischen Auswirkungen des Lebens mit dem Ökozid und radikale aktivistische Strategien der Landrückgewinnung wie die ZAD in Frankreich. Er arbeitet mit dem Futurama.Lab an der Akademie der bildenden Künste Wien und ist dem SFB Affektive Gesellschaften an der FU Berlin angeschlossen. www.kilianj.org & www.kilianjoerg.blogspot.com
Laura Vilar (ES/AT) ist Tänzerin, Choreografin, Lehrerin und Forscherin und lebt in Wien und Barcelona. Sie promovierte an der Philosophischen Fakultät der Universitat Autònoma de Barcelona mit einer künstlerischen Forschung über Tanz(e). Sie ist Co-Leiterin von nunArt – künstlerisches Forschungszentrum in Barcelona. Sie ist Lehrerin an der tanzpädagogischen Abteilung des Institut del Teatre of Barcelona. Von 2017 bis 2021 war sie Leiterin des Professional Training an der Tanzschule Area Barcelona. Sie hat national und international an verschiedenen Kunstzentren unterrichtet, wie z.B.: Bad Lemond’s profi training München, CODARTS Rotterdam, Saineb dance co Istanbul, Linz Anton Bruckner Universität, in Spanien: Cobosmika seeds, nunArt Barcelona, Area, Varium, La Caldera; Back Pulver feedback training Wien, Im_flieger Wien, u.a. Sie hat in verschiedenen Kompanien getanzt wie: Compagnie Taffanel in Montpellier (2003-2010), Cobosmika company / Russell Maliphant (2006-2013) auf internationaler Tournee, Hermanas de Castro, Trànsit (2000-2001), La Inconnexa 2002-2003, Lanònima Imperial (2004), Comediants, Salvatge cor (2006-2008) oder Dance Theatre of Ireland (2010), u. a. Ihre neuesten Arbeiten als Choreografin: Tentativas de (des)aparición (2022), #quéhayenelmundo (2021), Voyager (2019-2020), Sanjiao (2017). www.lauravilarblog.wordpress.com www.nunartbcn.com
Luisa Pisetta Ravanelli (Luis Pira) (IT/AT) ist Performancekünstlerin und Forscherin, deren Arbeit die Sprache der Menschenrechte hinterfragt und den Umgang mit Diskriminierung in verschiedenen Bereichen untersucht, vom Völkerrecht über House Dance bis hin zu Fußball. Autobiografische Archive verweben intime Obsessionen zu politisch dichten Diskursen. Ravanelli war Teil des Forschungsprojekts „Towards The Realm of Materiality“ (Nero Edition, 2024) und erhielt 2024 das danceWEB-Stipendium bei ImPulsTanz. Ihre Arbeiten wurden in den Lake Studios Berlin (DE), der Brunnenpassage (AT), dem Klangraum Krems (AT), NEU radio (IT) sowie im öffentlichen Raum präsentiert. www.luisapisettaravanelli.com
Masoumeh Jalalieh (IR/AT) ist eine iranische Choreografin, Performerin und Tänzerin mit Wohnsitz in Wien. Ihre künstlerische Praxis erforscht die Schnittstellen von Bewegung, Ritual und verkörpertem Wissen und setzt sich mit Themen wie kulturellem Gedächtnis und politischem Widerstand auseinander. Sie hat Werke wie B-or der, Time Paranoia, Decline, Bish az pish und Carpet of Time geschaffen, die unter anderem in den Sophiensælen Berlin, STUK Leuven, Kaaistudios, Les Brigittines Brüssel, Pasinger Fabrik München und im WUK Wien präsentiert wurden. Jalalieh arbeitete mit Künstler:innen wie Hooman Sharifi, Bára Sigfúsdóttir, Robert Steijn, Peter Jasko und Daniel Zimmermann zusammen und leitete Workshops bei ImPulsTanz sowie im Tanzquartier Wien. Von 2017 bis 2020 war sie als Hauptperformerin bei Jan Martens’ Kompanie GRIP tätig und tourte mit Bára Sigfúsdóttirs Stück being durch Europa und den Iran. Sie erhielt Förderungen wie das Startstipendium für Darstellende Kunst Wien und das danceWEB-Stipendium. Im Jahr 2023 gründete sie den Verein Carpet of Time und begann mit der Kuratierung des Festivals Cook, Eat, and Clean. Ihr Langzeitprojekt und Forschungszyklus Carpet of Time wurde 2025 durch Residenzen in Leveld (Norwegen), im Tanzhaus Zürich und bei ALDES! (Italien) fortgeführt. www.omaartstudio.ir
Natalie Campbell (AT) lebt in Wien und arbeitet als transdisziplinäre Künstlerin an Schnittstellen von Text- und Bewegungskunst. Seit mehr als einem Jahrzehnt forscht und studiert sie im Bereich des zeitgenössischen Tanzes, stark inspiriert von Axis Syllabus, Contact Improvisation und somatischen Praxen. Ihre Arbeit als Schriftstellerin beinhaltet zwei selbstständige Veröffentlichungen im Verlag text/rahmen, sowie zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und experimentiert mit unterschiedlichen Formaten von Text und Performance. Ihre aktuellen Projekte umfassen DONAUSTADT (Verein hydro_, Premiere Oktober 2025, Dschungel Wien) als Autorin und Regisseurin, Kooperationen mit Tanz*Hotel/Bert Gstettner (ZWISCHEN ZWIEBELN, FRAGMENTE LIEBE*) als Tänzerin und Choreografin sowie die Assistenz von Gregory Chevalier in der somatischen Contact-Improvisation-Gruppe KITEnsemble Vienna. Sie unterrichtet bei Festivals wie ImPulsTanz in den Formaten Shake the Break und Public Moves sowie zeitgenössischen Tanz für Kinder. Derzeit studiert sie einen MA in Creative Writing an der Universität Klagenfurt sowie im Teachers Track von Movement Artisans in Berlin.
Sara Lanner (AT) (*1991) ist eine in Wien lebende Choreografin und bildende Künstlerin. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen der kulturellen und (körper-)sprachlichen Identität und untersucht Räume zwischen Vertrauen und Abhängigkeit. Die Ambivalenzen zwischenmenschlicher Beziehungen und ihre Berührungspunkte sowie unsere materiellen und ökologischen Realitäten bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Reflexionen. Zuletzt wurde ihre Tanzperformance WEAVING INFRASTRUCTURES (2024) im brut Wien, sowie Mining Minds (2022) beim ImPulsTanz Festival gezeigt. Für ihre Performance MINE (2021) wurde Sara Lanner mit dem H13 Niederösterreich Preis für Performance ausgezeichnet. Weitere Präsentationen: Tanzquartier Wien, Kunstraum Niederösterreich, Galerie 5020 Salzburg, Neue Galerie/BRUSEUM Graz, MIPAF Macau/China, HART Haus Hongkong, Künstlerhaus Nürnberg, OK Offenes Kulturhaus Linz und andere. www.saralanner.com
Sasha Portyannikova (RU/AT) ist eine weiße Tänzerin, die in der Sowjetunion geboren und in Moskau aufgewachsen ist. Sie lebt und arbeitet in Berlin und New York und ist derzeit in Wien ansässig. Sie absolvierte die Vaganova-Ballettakademie (MA, 2013), gründete 2012 gemeinsam mit Dasha Plokhova die Tanzkooperative Isadorino Gore, wurde 2018 Fulbright-Gastwissenschaftlerin und kuratiert seit 2020 gemeinsam mit Nitsan Margaliot und Anna Chwialkowska das Projekt „Touching Margins“. Als Tanzkünstlerin war Sasha Portyannikova in ganz Europa und den USA tätig. Sie arbeitete mit Organisationen wie Amnesty International, dem ZKM, dem ITI Berlin, SDVIG, Hellerau und dem Garage MCA zusammen, wo sie die Eröffnung für die Louise-Bourgeois-Ausstellung gestaltete. Sasha verfasste in Zusammenarbeit mit Dasha Plokhova das „Manual for the Practical Use of a Dance Archive“. Ihre Forschungs- und kuratorischen Interessen konzentrieren sich auf die Erforschung vielfältiger Tanzgeschichten und das komplexe Zusammenspiel von Kultur und Politik. www.sashaportyannikova.com
Sunggu Hong (KR/AT) ist ein in Wien lebender Künstler, der im Bereich der bildenden und der performativen Kunst arbeitet. Er studierte Bildende Kunst in Südkorea und Darstellende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. „Beziehung“ bildet ein zentrales Konzept seiner Praxis, durch das er fragt: „Wie sollten/können wir innerhalb von abhängiger, verflochtener und komplexer Beziehungen zusammenleben?“ und „Warum entstehen Entfremdung und Hass innerhalb dieser Verflechtungen?“ Sein aktuelles Interesse gilt dem Verhältnis zwischen Mensch und Nicht-Mensch. Durch die Fokussierung auf ihre gegenseitige Abhängigkeit und Verflechtungen versucht er, eine anthropozentrische Perspektive zu dekonstruieren und unsere komplexen Beziehungen, ihre Ereignisse sowie Formen des Zusammenlebens neu zu betrachten. Die Leitfrage, die seinen gesamten Arbeitsprozess durchzieht, lautet: „Wie werden wir voneinander großgezogen?“
Sveta Schwin (RU/AT) 1984 in Sibirien geboren, lebt seit 2007 in Wien. Studium der Darstellenden Kunst in Bremen sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Philosophie in Wien. Schwin schreibt und inszeniert Theaterstücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Dschungel Wien, Konzerthaus, Theater Spielraum, Kabelwerk u.a.) und arbeitet als Lichtdesignerin, vorwiegend bei Tanz- und Performanceproduktionen. Sie kreiert eigene Lichtobjekte und Installationen. www.svetaschwin.at