Fr 8.5.2026 // 19.30

Bild: Portyannikovy S&I
Fr 8.5.2026 // 19.30
Work-in-progress Showing // Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // pay as you wish/can // Drinks & Buffet
Konzept & Tanz: Bianca Figl und Sasha Portyannikova
Bianca Figl und Sasha Portyannikova leben und arbeiten in Österreich und setzen sich mit den exotisierten Traditionen auseinander, die ihren künstlerischen Hintergrund prägen: indonesische Tänze und Ballets Russes. Mit Fokus auf den Pfauen- und Schwanentanz, untersuchen sie Kanon, Klischees und Nationenbildung, da diese choreografischen Materialien eine bedeutende Rolle im kulturellen Erbe und der Identität der beiden Länder Indonesien und Russland spielen. Figl und Portyannikova reflektieren Tanz als kulturelle Diplomatie, erlangen dabei die Kontrolle über ihr verkörpertes Erbe zurück und setzen sich kritisch mit Identität, Exotisierung und der Erfahrung auseinander, mit ungewohnten körperlichen Praktiken in Verbindung zu treten.
Bianca Figl (AT/ID) verbindet Forschung und künstlerische Praxis in kollaborativen Projekten, die sich an der Schnittstelle von Tanz, Archivarbeit, Bildung und dekolonialer Forschung bewegen. In ihrer künstlerischen Arbeit verknüpft sie indonesische Tanzformen mit zeitgenössischen Fragestellungen zu Erinnerung, verkörpertem Wissen und kolonialer Geschichte und setzt sich dabei kritisch mit dem Körper als aktivem und dynamischem Archiv auseinander. Von 2012 bis 2020 arbeitete sie während der umfassenden Umbauphase am Weltmuseum Wien und wirkte dort an der Programmentwicklung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Ausstellungsgestaltung mit, wobei ihr Schwerpunkt auf partizipativen kuratorischen Strategien lag. Sie promovierte in Arts Practice Research an der University of Limerick (Irland), wo sie sich in ihrer Forschung mit alternativen Ansätzen zur Wissensproduktion und der Politik der Repräsentation in verkörperten Archiven befasste. Figl lehrt an der Universität Wien im Bereich Museums- und Bildungswissenschaften und ist als Gastforscherin und Gastdozentin am Institute of the Arts (ISI) Surakarta in Indonesien tätig.
Sasha Portyannikova (RU/AT) ist eine weiße Tänzerin, die in der Sowjetunion geboren und in Moskau aufgewachsen ist. Sie lebt und arbeitet in Berlin und New York und ist derzeit in Wien ansässig. Sie absolvierte die Vaganova-Ballettakademie (MA, 2013), gründete 2012 gemeinsam mit Dasha Plokhova die Tanzkooperative Isadorino Gore, wurde 2018 Fulbright-Gastwissenschaftlerin und kuratiert seit 2020 gemeinsam mit Nitsan Margaliot und Anna Chwialkowska das Projekt „Touching Margins“. Als Tanzkünstlerin war Sasha Portyannikova in ganz Europa und den USA tätig. Sie arbeitete mit Organisationen wie Amnesty International, dem ZKM, dem ITI Berlin, SDVIG, Hellerau und dem Garage MCA zusammen, wo sie die Eröffnung für die Louise-Bourgeois-Ausstellung gestaltete. Sasha verfasste in Zusammenarbeit mit Dasha Plokhova das „Manual for the Practical Use of a Dance Archive“. Ihre Forschungs- und kuratorischen Interessen konzentrieren sich auf die Erforschung vielfältiger Tanzgeschichten und das komplexe Zusammenspiel von Kultur und Politik. www.sashaportyannikova.com