Sa 20.6.2026 // 19.30

Foto: Crystal Wall & Asher Ó Gormáin
Sa 20.6.2026 // 19.30
Work-in-progress Showing/Studio Visit
Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // pay as you wish/can // Drinks & Buffet
Künstlerische Leitung, Performance: Crystal Wall & Asher Ó Gormáin
Dramaturgische Unterstützung: Imani Rameses
Outside Eye: Veza Fernández
Dialogpartnerin: Cathy Walsh
Supported by APL Angewandte Performance Laboratory.
Die Verborgenheit zerrissener und vergrabener Worte hängt in der Luft. Wellen hartnäckiger, temperamentvoller Tendenzen breiten sich aus, während Fingerspitzen reiben, Augen blinzeln und sich der Schleier des caol áit* lichtet. Daraus sickert die Inspiration eines Fabelwesens, an puca*, eines Schwindlers, der still und leise ahnungslose bithiúnach* anlockt.
What Was Mouthed… ist eine dekoloniale Klang-Bewegungs-Performance und ein sanfter Protest. Wall und Ó Gormáin umarmen den Mund als Archiv des indigenen Gaeilge* und Ort lebendiger Umgangssprache; den Körper als Überträger des gesellschaftspolitischen Pulses; die Maske als Technologie der Identität, Selbstdefinition und Dekonstruktion.
Ó Gormáin and Wall verweben diasporische und affektive Verbindungen zu Irland. Sie setzen sich mit der komplexen Pluralität des Selbst auseinander – mit dem Dasein als Kolonisierte und Kolonisierende zugleich – und widmen sich dabei dem Umschreiben und der Neuverwurzelung.
Obwohl das Werk auf den Erfahrungen Irlands mit kultureller Unterdrückung basiert, versucht es, einen Bezug zu umfassenderen Geschichten von Imperium und Auslöschung herzustellen, und fragt: Wie können Kulturen und Körper das zurückerobern, was ihnen genommen wurde? Welche neuen Formen der Lebendigkeit werden dadurch möglich?
Grá mór – big love
* caol áit – thin place
* an puca – celtic folklore creature
* Gaeilge – Irish
* bithiúnach – bad guy
Asher Ó Gormáin (IE/UK/AT) ist eine irische Künstlerin, die als Performancekünstlerin, Dramaturgin und Dozentin an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst arbeitet. In ihren Arbeiten setzt sie sich intensiv mit Objekten und Materialien auseinander, indem sie deren performative Wirkkraft hervorhebt, um die taktilen, sinnlichen und existenziellen Dimensionen des „Alltäglichen“ aufzudecken und anthropozentrische Perspektiven in Frage zu stellen. Sie hat einen BA (Hons) in Choreografie vom Dartington College of Arts (2005), ein Diplom in Tanz von der SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance (2008) und einen MA mit Auszeichnung in Bildender Kunst (TransArts) von der Universität für angewandte Kunst Wien (2021). Seit 2021 unterrichtet sie regelmäßig am Angewandte Performance Lab (APL) in Wien. Im Jahr 2020 gründete sie HOOD for Artist Parents. Ihr jüngstes Werk, „mind numbing filthy finger potholes: a glossary of the paradox of boredom“, feierte im brut Wien Premiere. www.asherogorman.com
Crystal Wall (AT) ist in Wien ansässig und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Performance und Gesang, Poesie und Ritual, Volkskultur und Queerness. Wall verbindet (alpine) Volksbräuche mit Queerness und durchdringt sie mit einem spielerischen Transformationsprozess bis neue performative Rituale entstehen. Ihre klanglichen Erkundungen legen den Schwerpunkt auf ungewöhnliche Tonhöhen, vielschichtige Stimmmodulationen und sanfte, schrille Schreie. Durch verkörperte Polyphonie und kollektives Geschichtenerzählen entfaltet Walls Arbeit wässrige, poetische Klänge und verführerische Gesänge.
Imani Rameses (US/AT) unterstützt ihre Gemeinschaft als Kognitionswissenschaftlerin, Choreografin und Tänzerin. Sie erforscht die Phänomenologie der Stille im Spannungsfeld von kognitiver (Emotions-)Psychologie, partizipativer Performance und afrikanischen alchemistischen Praktiken. Sie erhielt ihren Master-Abschluss an der Universität Wien mit dem Schwerpunkt Neuroästhetik. Rameses hat ihre Arbeit bei Impulstanz, SAR, der Universität für angewandte Kunst Wien, der Harvard University, der Universität Zürich und anderen internationalen Festivals und Konferenzen präsentiert.
Veza Fernandez (ES/AT) ist eine in Wien lebende Tanz-, Stimm- und Performancekünstlerin. In ihren Arbeiten untersucht sie die Stimme als Ort der Beziehung, der Vorstellungskraft und der Verwandlung und verwebt Gesang, Schrift, Tanz und Sprache zu intensiven, vielstimmigen Performances. Ihre Arbeiten sind sensibel und intensiv und lassen polyphon eine Vielzahl von Stimmen und Präsenzen erklingen, die sich danach sehnen, zu bewegen und bewegt zu werden. Ihr Hintergrund umfasst Philologie, Pädagogik, Theater, Musik und zeitgenössischen Tanz. Diese Bereiche beeinflussen in der einen oder anderen Weise ihre künstlerische Forschung und ihre Arbeitsweise beim Schaffen und Präsentieren von Kunst. Fernandez‘ Arbeit ist stark lokal verwurzelt und durchdringt von der Underground-Szene aus größere Tanz- und Theaterinstitutionen. Sie hat einen Master in Choreografie der DAS Graduate School (Amsterdam Academy for Theatre and Dance). Ihre Arbeit wurde unter anderem im brut Wien, Tanzquartier Wien, Sophiensaele Berlin, Gesnerallee Zürich, de Singel Antwerpen, La Casa Encendida Madrid gezeigt. www.vezafernandez.com