Fr 27.3.2026 // 19.30

Bild: So Young Park
Fr 27.3.2026 // 19.30
Work-in-progress Showing // Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // pay as you wish/can // Drinks & Buffet
Konzept & Performance: Sunggu Hong
Live-Sound-Performance: Lens Kühleitner
3D-gedruckte Installation: So Young Park
Coaching: Asher Ó Gormáin
Musik: Koreanische Musik, die während der japanischen Kolonialherrschaft entstand
Support / Dank an: Im_flieger & YI-UM Collective
»Slough-ing off; Orbit of Otherness« untersucht die Themen Angst und Andersartigkeit aus einer dekolonialen Perspektive. Wir finden vielleicht nicht die Schlange – das „Andere“, das wir fürchten –, sondern nur ihre abgestreifte Haut, die Spuren und Orbits der Andersartigkeit.
Wenn Angst als grundlegende Bedingung von Relationalität und nicht als individuelle Emotion verstanden wird, wird die Angst vor dem Anderen durch Beziehungen ständig neu gestaltet. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Andere auf eine neue Art und Weise zu betrachten, indem wir fragen: Was und wo ist dann das Andere, das wir fürchten?
“As everyone has pointed out, alterity for the black man is not the black but the white man.” (Frantz Fanon. Black Skin, White Masks. 1953)
Die Natur der Kolonialisierung ermutigt uns, den „Anderen“ zu überwachen, zu diskriminieren und zu unterdrücken. Ausgehend von der dekolonialen Perspektive von Frantz Fanon versteht das Projekt Andersartigkeit als etwas, das durch Machtstrukturen und systemische Beziehungen hervorgebracht wird und nicht von den Anderen selbst ausgeht.
“Intersubjectivity does not mean ‘equality’, a literally deadly game in dogland; but it does mean paying attention to the conjoined dance of face-to-face significant otherness.” (Donna Haraway. The Companion Species Manifesto. 2003)
Donna Haraways Konzept der signifikanten Andersartigkeit erkennt die Verflechtung von Menschlichem und Nicht-Menschlichem an und betrachtet Andersartigkeit als vielfältig, wandelbar und relational. Angst wird in dem Projekt als strukturell erzeugte Andersartigkeit interpretiert – nicht als etwas, das von anderen ausgeht – und betont unsere Verflechtung mit ihnen. Letztendlich stellt es die Frage: Wie sollen wir mit der Angst vor dem Anderen – vor der Andersartigkeit – zusammen mit anderen leben?
Fotos: Franzi Kreis/Im_flieger
Asher Ó Gormáin (IE/UK/AT) ist eine irische Künstlerin, die als Performancekünstlerin, Dramaturgin und Dozentin an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst arbeitet. In ihren Arbeiten setzt sie sich intensiv mit Objekten und Materialien auseinander, indem sie deren performative Wirkkraft hervorhebt, um die taktilen, sinnlichen und existenziellen Dimensionen des „Alltäglichen“ aufzudecken und anthropozentrische Perspektiven in Frage zu stellen. Sie hat einen BA (Hons) in Choreografie vom Dartington College of Arts (2005), ein Diplom in Tanz von der SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance (2008) und einen MA mit Auszeichnung in Bildender Kunst (TransArts) von der Universität für angewandte Kunst Wien (2021). Seit 2021 unterrichtet sie regelmäßig am Angewandte Performance Lab (APL) in Wien. Im Jahr 2020 gründete sie HOOD for Artist Parents. Ihr jüngstes Werk, „mind numbing filthy finger potholes: a glossary of the paradox of boredom“, feierte im brut Wien Premiere. www.asherogorman.com
Lens Kühleitner (AT) ist eine in Wien lebende Musiker:in, Performer:in und Komponist:in und arbeitet an der Schnittstelle von Klang, Bewegung und Performance. Die künstlerische Praxis entfaltet sich in Theater-, Tanz- und Performancekontexten mit einem Schwerpunkt auf kollaborativen und performativen Zugängen zur Musik. Lens Kühleitner arbeitete unter anderem mit Olivia Hild, Mzamo Nondlwana, Oneka von Schrader, Lau Lukkarila & Luca Bonamore, Claire Lefèvre, Veza Fernández, Shabnam Chamani sowie Sunggu Hong & So Young Park zusammen. Arbeiten von Lens Kühleitner wurden unter anderem im Tanzquartier Wien, brut Wien, Kosmos Theater, Schauspielhaus Wien, im Slowakischen Nationaltheater, bei Köttinspektionen Dans sowie an der TdK Zürich präsentiert. Zu den jüngsten eigenen Arbeiten zählt die Performance „trace my layers, thrust your gut“ (mit Olivia Hild, brut Wien, 2025).
Sunggu Hong (KR/AT) ist ein in Wien lebender Künstler, der im Bereich der bildenden und der performativen Kunst arbeitet. Er studierte Bildende Kunst in Südkorea und Darstellende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. „Beziehung“ bildet ein zentrales Konzept seiner Praxis, durch das er fragt: „Wie sollten/können wir innerhalb von abhängiger, verflochtener und komplexer Beziehungen zusammenleben?“ und „Warum entstehen Entfremdung und Hass innerhalb dieser Verflechtungen?“ Sein aktuelles Interesse gilt dem Verhältnis zwischen Mensch und Nicht-Mensch. Durch die Fokussierung auf ihre gegenseitige Abhängigkeit und Verflechtungen versucht er, eine anthropozentrische Perspektive zu dekonstruieren und unsere komplexen Beziehungen, ihre Ereignisse sowie Formen des Zusammenlebens neu zu betrachten. Die Leitfrage, die seinen gesamten Arbeitsprozess durchzieht, lautet: „Wie werden wir voneinander großgezogen?“