Feministische Einblicke in österreichischen Tanz & Performance der 80er & 90er Jahre
Fr 25. & Sa 26. 3.22 // 15.00 – 20.00 // OPEN LAB

Photo: Anita Kaya
Labor: 23. – 26.11.2020, 15. & 17.12.2020, 29. – 11.12.2021
Fr 25. & Sa 26. 3.22 // 15.00 – 20.00 // OPEN LAB
Im_flieger@Bräuhausgasse 40, 1050 Wien
Come and stay as you wish // freie Spende // 3G
Die im Labor erarbeitete Raum-Installation wird durch die Performerinnen und Gäste aktiviert – mit Scores, partizipativen Momenten und Gesprächen.
The spatial installation created in the lab will be activated by the performers and guests – with scores, participatory moments and conversations
mit/with Anita Kaya (AT), Sara Lanner (AT), Johanna Nielson (AT), Agnes Schneidewind (AT)
Gesamtleitung/Coordinator: Anita Kaya
Speziellen Dank an/Special thanks to: Sabina Holzer und Eva-Maria Schaller
Dank an/Thanks to: Akemi Takeya, Andrea Bold, Astrid Bayer, Aurelia Staub, Edith Wolf Perez, Inge Kaindlstorfer und Silvia Both
G_HOSTING
Feministische Einblicke in österreichischen Tanz & Performance der 80er & 90er Jahre
In Ermangelung einer systematischen Archivierung, gibt es kaum öffentlich zugängliche Information über die Entstehung, strukturellen Entwicklungen und künstlerischen Arbeiten des österreichischen zeitgenössischen Tanzes und der Performance Kunst der 80er und 90er Jahre. Die Dokumentationen der tänzerischen Aufbruchsjahre am Ende des letzten Jahrtausends sind vor allem in privaten Archiven gesammelt.
G_HOSTING begibt sich auf eine Spurensuche, beschäftigt sich mit Materialien dieser Archive und befragt einige Protagonistinnen der Freien Tanz- und Performance-Landschaft der 1980er und 90er Jahre – und dies ist erst ein Anfang!
Welche gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ästhetischen Entwicklungen waren in dieser Zeit wirksam? Wer hat die Tänzerinnen/Choreografinnen/Performerinnen beeinflusst? Welche Bewegungssprachen haben sie entwickelt? Was hat sie bewegt? Was waren ihre Schwierigkeiten und was war ihre Rebellion? Wie waren ihre Arbeitsbedingungen?
Somit inspiriert sich G_HOSTING davon, wie wir – von den eigenen künstlerischen Interessen und Praktiken ausgehend – diesen Stimmen, Tänzen und Materialien aus der Vergangenheit begegnen können.
Im_flieger LIVING ARCHIVE arbeitet an der Sichtbarmachung der Entstehungsgeschichte der österreichischen Tanz- und Performanceszene und untersucht die Entwicklungen der freien Tanzschaffenden und des tänzerischen Feldes – historisch, künstlerisch, strukturell, kulturpolitisch – mittels unterschiedlicher Mittel und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es speist sich aus dem Archiv, das in den Köpfen und Körpern, Kartons und Festplatten einzelner Protagonist*innen gespeichert ist. Es stellt durch aktuelle Begegnungen und praktisch-theoretischer Zusammenarbeit, sowie anhand von spezifischen Befragungen von Lebensgeschichten der teilnehmenden Künstlerinnen Bezüge zur gegenwärtigen Situation her. Im_flieger LIVING ARCHIVE positioniert sich an der Schnittstelle von Dokumentation, Oral History/Geschichtsforschung, Archivierung, Installation, Kunst/Kulturvermittlung und Performance.
G_HOSTING
feminist insights into Austrian dance & performance of the 80s & 90s
In the absence of systematic archiving, there is hardly any publicly accessible information about the emergence, structural developments and artistic works of Austrian contemporary dance and performance art of the 1980s and 1990s. The documentation of the dance awakening years at the end of the last millennium is mainly collected in private archives.
G_HOSTING searches for traces, deals with materials from these archives and interviews some protagonists of the free dance and performance landscape of the 1980s and 90s – and this is only a beginning!
What social, political, economic, cultural, aesthetic, … developments were at work during this period? Who and what influenced the dancers/choreographers/performers? What movement languages did they develop? What moved them? What were their working conditions? What were their difficulties and what was their rebellion?
Thus, G_HOSTING is inspired by how we – starting from our own artistic interests and practices – can encounter these voices, dances and materials from the past.
Im_flieger LIVING ARCHIVE works on visibility of the genesis of the Austrian dance and performance scene and investigates the developments of independent dance practitioners and the dance field – historically, artistically, structurally, cultural-politically – by different means and without claiming to be exhaustive. It feeds on the archive stored in the heads and bodies, cartons and hard drives of individual protagonists. It establishes references to the current situation through actual encounters and practical-theoretical collaboration, as well as through specific interrogations of the life stories of the participating artists. Im_flieger LIVING ARCHIVE positions itself at the intersection of documentation, oral history/historical research, archiving, installation, art/cultural mediation, and performance.
Fotos von Franzi Kreis
Agnes Schneidewind (AT) (*1986, she/her) ist Künstlerin, Performerin und Researcherin im Feld somatischer Choreografie und performativer Poesie. Ausgehend von Traumpraktiken arbeitet sie mit Tanz, Text und Zeichnung in ortsspezifischen und prozessorientierten Kontexten. Sie ko-kreiert experimentelle Formate und Performances – etwa „through which they have wandered“ (2022, mit Johanna Nielson und Zoumana Méïtè) und „eleven. each print in the mud fills with honey“ (2021, mit Johanna Nielson und Marina Poleukhina), beide koproduziert von brut Wien. Sie hat Philosophie studiert und Weiterbildungen in Choreographie, Tanz und Craniosacraler Körperarbeit. 2017 absolvierte Schneidewind das postgraduale Artistic-Research-Programm a.pass (advanced performance and scenography studies) in Brüssel. Ihre Arbeiten wurden durch Aufenthalts- und Produktionsförderungen u. a. vom österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur sowie der Kulturabteilung der Stadt Wien unterstützt. Sie arbeitet regelmäßig in dialogischen Konstellationen mit Künstler:innen wie Sabina Holzer, Iris Dittler, Jack Hauser, Robert Steijn, Elina Lautamäki, Marta Forsberg und dem considering Netzwerk. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich mit körperlichen Erfahrungen von Dunkelheit und Verflechtungen von inneren und äußeren Landschaften. Aus einer dreiwöchigen arktischen Nacht in Longyearbyen entwickelte sie das Stück „I want to be delicious for the bear“ (2024). Aktuell ist sie Artist in Residence an der Kuffner Sternwarte in Wien. https://sjnijdewindt.works
Anita Kaya (AT) geboren 1961, ist freischaffende Choreografin, Performerin und Kuratorin und lebt in Wien. Unter dem Label OYA-Produktion (1988-2005) schuf sie Tanzproduktionen, ortsspezifische Performances, performative Installationen und Tanzvideos, die international präsentiert wurden. Im Jahr 2000 initiierte sie die Künstler:innen für Künstler:innen Initiative Im_flieger – Forschungslabor für Tanz, Performance und transmediale Kunst. (Konzeptförderung der Stadt Wien 2022-25). In künstlerischer Leitung und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstler:innen und Theoretiker:innen entwickelt sie neue Konzepte und Strukturen künstlerischer Kooperationen und Mentoring-Programme: z.B. das europäische Residenzprogramm für junge Choreographen TERRAINS FERTILES 05 (Innovationspreis 2005 der IG-Kultur Wien). Sie beschäftigt sich mit dem Körper als Speicher des individuellen und kollektiven Gedächtnisses, und seinem Kommunikationspotenzial mit der Umgebung, der Menschlichen und mehr als Menschlichen: z.B. Translocations / One-to-One Performance bewegte sich an der Schnittstelle von Geschichte/ Trauma, Archivierung, Installation und Performance. 2023 kooperiert sie mit Theatercombinat/ Claudia Bosse im Rahmen der Produktion Bones & Stones als Performerin/Choreografin. 2019/20 absolvierte sie den Universitätslehrgang „Kuratieren in den Szenischen Künsten“ an der Universität Salzburg und München. Sie ist Co-Herausgeberin und -Autorin der Publikation VISCERAL FICTION – Im_flieger schreibt Geschichte/n – 20 Jahre Künstler:innen für Künstler:innen. 2021, monocrom. www.imflieger.net, www.stffwchsl.net
Johanna Nielson (AT) ist (auch) eine Tanz- und Performancekünstlerin, die in Wien lebt und arbeitet. Ihre künstlerische Praxis umfasst Tanz, Stimme und Improvisation mit einem Fokus auf Phänomene des Sinnlichen und Erfahrbaren. In Zusammenarbeit mit Agnes Schneidewind realisierte sie eine Reihe von performativen Experimenten (AH I SEE), die sich mit Mechanismen der Übersetzung und Wahrnehmung beschäftigen. Johanna erforscht das Zusammenspiel von (experimenteller) Musik und Tanz mit Künstler:innen wie Tobias Leibetseder, Marina Poleukhina und Stefan Voglsinger. Sie trat mit luxflux, Arne Mannott, Alexander Chernishkov/Error Theater, Evandro Pedroni, Oleg Soulimenko und vielen anderen auf. www.johannanielson.com
Sara Lanner (AT) (*1991) ist eine in Wien lebende Choreografin und bildende Künstlerin. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen der kulturellen und (körper-)sprachlichen Identität und untersucht Räume zwischen Vertrauen und Abhängigkeit. Die Ambivalenzen zwischenmenschlicher Beziehungen und ihre Berührungspunkte sowie unsere materiellen und ökologischen Realitäten bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Reflexionen. Zuletzt wurde ihre Tanzperformance WEAVING INFRASTRUCTURES (2024) im brut Wien, sowie Mining Minds (2022) beim ImPulsTanz Festival gezeigt. Für ihre Performance MINE (2021) wurde Sara Lanner mit dem H13 Niederösterreich Preis für Performance ausgezeichnet. Weitere Präsentationen: Tanzquartier Wien, Kunstraum Niederösterreich, Galerie 5020 Salzburg, Neue Galerie/BRUSEUM Graz, MIPAF Macau/China, HART Haus Hongkong, Künstlerhaus Nürnberg, OK Offenes Kulturhaus Linz und andere. www.saralanner.com