SCHULE@Im_flieger 2025 – Zine Release Celebration & Performative Practices with the Schulerinas!

Fr 5.12.2025, 19.30 // Sa 6.12.2025, 14.00–17.00

Foto: Sabine Maier 

Fr 5.12.2025, 19.30 // Zine Release Celebration
Sa 6.12.2025, 14.00–17.00 // An Afternoon of Performative Practices

Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // freier Eintritt

SCHULE@Im_flieger 2025
Künstlerische Leitung/Mentoring: Elizabeth Ward
Teilnehmende Künstler:innen: Bita Bell, Flóra Boros, Kenneth Constance Loe, Luiza Furtado, Paula Hernandez Mollison, Valentino Skarwan

Zine SCHULE@Im_flieger 2025
Herausgeber:in: Im_flieger Künstler:innen_Initiative
Redaktion & Autor:innen: Bita Bell, Flóra Boros, Kenneth Constance Loe, Luiza Furtado, Paula Hernandez Mollison, Anita Kaya, Valentino Skarwan, Elizabeth Ward
Grafikdesign: Peter Oroszlány

Herzlich Einladung zur Zine-Release-Feier am Abend des 5. Dezembers sowie zu einem Nachmittag der performativen Praktiken am 6. Dezember als Abschlussevents der diesjährigen SCHULE@Im_flieger – Artistic Research through Slippery Time(s) – gehostet von den teilnehmenden Künstler:innen aka den Schulerinas Bita Bell, Flóra Boros, Kenneth Constance Loe, Luiza Furtado, Paula Hernandez Mollison und Valentino Skarwan gemeinsam mit der Mentorin Elizabeth Ward.

Am Freitagabend laden die Schulerinas zur Zine-Release-Feier mit künstlerischen Interventionen von Bita Bell und Luiza Furtado. Präsentiert wird das SCHULE@Im_flieger 2025 Zine, das in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesigner Peter Oroszlány entstanden ist. Alle sind eingeladen mitzufeiern, während die Schulerinas ihren gemeinsamen Prozess teilen und ein intensives Jahr der kollektiven und individuellen künstlerischen Forschung abschließen – mit party games, soup und dancing!

Am Samstagnachmittag laden Flóra Boros, Kenneth Constance Loe und Valentino Skarwan zu einem Open House ein, bei dem sie ihre performativen Praktiken teilen. Alle sind eingeladen jederzeit auf Kaffee und Kuchen vorbeizukommen, und so lange zu bleiben, wie sie möchten.

Das Programm ist Teil des hybriden Formats  SCHULE@Im_flieger, das generationenübergreifenden Wissenstransfer, künstlerische Forschung, Produktion und Diskurs miteinander verbindet.

Detailliertes Programm: 

Fr, 5.12.2025, 19.30 // Zine Release Celebration
Mit Bita Bell, Flóra Boros, Kenneth Constance Loe, Luiza Furtado, Paula Hernandez Mollison, Valentino Skarwan und Elizabeth Ward. Künstlerische Interventionen von Bita Bell und Luiza Furtado.

Noturna // Luiza Furtado (BR/AT)
Künstlerische Intervention
Sticky Fiction, Vergnügen, zeitliche Reibungen
„Die Bewegungsforschung, die ich während meiner Residenz bei SCHULE@Im_flieger entwickelt habe, nahm als zeitlicher Klebstoff Gestalt an – eine fiktionale Substanz, die entsteht, wenn die Vergangenheit an der Gegenwart haftet. Der Schwerpunkt meiner Forschung lag auf dem Thema Begehren, wobei ich eine Verbindung zwischen der kommerziellen Muskulatur, die sich um die Fruchtbarkeit herum aufgebaut hat, und ihren jeweiligen Spuren in der Materialität herstellte. Im Portugiesischen beschreibt das Wort Noturna etwas, das in der Dunkelheit blüht. Ich interessiere mich für dieses Wort, da mein Projekt darauf abzielt, die nebulösen Zusammenhänge zwischen der sanften Disziplinierung geschlechtsspezifischer Begehren, materieller Binarität und dem Industriesektor sichtbar zu machen.“

Dialektik der Isolation // Bita Bell (IR/US/AT)
Künstlerische Intervention
Bita Bell gibt einen Einblick in ihre aktuelle Bewegungsforschung – dem Projekt Dialektik der Isolation, das sich auf eine weltweit verbreitete Sprache indigener Kreistänze stützt. Bell und ihre Mitwirkenden schaffen durch ihre eigenen Kreistanzschritte ein Tanzmanifest, um ihre Präsenz als eine Form des gemeinschaftlichen Zusammenkommens zu bekräftigen und gleichzeitig ihre einzigartigen Individualitäten und ihre Solidarität als Teil einer verbundenen Kette zu bewahren.

Im Anschluss: food & drinks

Sa 6.12.2025, 14.00–17.00 // An Afternoon of Performative Practices

soft launch // Flóra Boros (HU/AT) mit Gasttänzerin Alina Bertha
Performative Installation, 60 Min.
soft launch beleuchtet Beruhigungstechniken nicht als passive oder nachsichtige Maßnahmen, sondern als stille Akte des Widerstands. Anhand gemeinsamer und individueller Erinnerungen und Empfindungen zeigt Boros auf, wie einfache, alltägliche Praktiken die Verbundenheit fördern können – und wie sie sich verändern, wenn diese verkörpert werden. Anstatt nach Klarheit zu streben, wird Unordnung, Aufwand und kleine Gesten als Mittel zum Weitermachen begrüßt.

Papa, Romeo, Oscar, November, Echo // Kenneth Constance Loe (SG/AT)
Performativer Workshop, 40 Min.
Papa, Romeo, Oscar, November, Echo schlägt eine Erkundung taktischer Sprache und Bewegung und ihrer Schnittstelle zum Alltäglichen vor, um ihre Bedeutung zu destabilisieren und ihre Kraft im Bereich der Poetik neu zu entfalten. Im NATO/ICAO-Buchstabieralphabet – das in Militär, Luftfahrt und Seefahrt weit verbreitet ist – steht Papa, Romeo, Oscar, November, Echo für „prone”, eine Körperposition, bei der man im Militär flach auf dem Bauch liegt, um eine stabile und präzise Position für das Schießen mit und ohne Auflage zu erreichen und die Silhouette des Schützen zu minimieren. Als Adjektiv im alltäglichen Sprachgebrauch bedeutet es „anfällig oder geneigt, unter etwas Unangenehmem oder Bedauerlichem zu leiden, es zu tun oder zu erleben”. Loe führt durch eine Reihe von Körperhaltungen und Schreibaufgaben und durchquert durch getarnte Manöver Landschaften und Körpererinnerungen.

Clingers // Valentino Skarwan (AT/GT)
A practice of gathering what would otherwise fade
The afterlives of works
What lingers, what clings

Mit Kaffee & Kuchen

Fotos: Felix Kaya/Im_flieger


Bita Bell (IR/US/AT) ist Tanzkünstlerin und Komponistin mit einem BA in Musikkomposition und einem MFA in Tanz. Geboren im Iran studierte sie in Hongkong, lebte ab 2012 in den USA und ist derzeit in Wien ansässig. Kürzlich absolvierte sie ein künstlerisches Forschungsstipendium an der THIRD DAS Graduate School in Amsterdam, wo sie im Eigenverlag ein Zine mit dem Titel „containing multitudes, at times fragmented“ herausgab. Bell erhielt 2023 ein Startstipendium für Musik und Darstellende Kunst des BMKÖS und 2024 ein danceWEB-Stipendium bei ImPulsTanz.

Elizabeth Ward (US/AT) ist Tänzerin, Choreografin und gelegentliches Outside Eye. Sie interessiert sich dafür, wie individuelle sowie kollektive Tanzgeschichten von der Geografie und den Bewegungen von Menschen und Ideen geprägt sind. Ihre ersten Auftrittserfahrungen sammelte sie als Kind beim Atlanta Ballet. Später studierte sie Post-Modern Dance in Vermont, was sie schließlich nach New York City führte, wo sie für Downtown-Choreograph:innen wie Cathy Weis, Yvonne Meier, DD Dorvillier, Rebecca Brooks, Miguel Gutierrez, Biba Bell und Heather Kravas tanzte. In New York wurde ihre Arbeit im Danspace, beim Movement Research in der Judson Church, bei AUNTS, in der Chocolate Factory und in der Kitchen gezeigt. Seit sie nach Wien gezogen ist tanzt sie für Anne Juren, Philipp Gehmacher, Veza Fernández und Samuel Feldhandler. In Österreich wurden Elizabeth Wards Arbeiten im brut, WUK, TQW, bei den Wiener Festwochen, bei ImPulsTanz und beim steirischer herbst gezeigt.

Flóra Boros (HU/AT) ist freischaffende Künstlerin und Choreografin, die in Wien und Budapest lebt. Ihre Arbeiten wurden an Orten wie dem Kaaitheater, dem WUK, der Muffathalle, dem Schweren Reiter und dem Theater Akzent sowie auf verschiedenen Festivals gezeigt. Mit ihrer ersten Solo-Performance CINDY erhielt sie 2022 das START-Stipendium des österreichischen Kulturministeriums, sowie das ATLAS-Stipendium bei ImPulsTanz. 2021 schloss sie ihr Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und an der Universität Wien ab. Sie schloss ihr Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien 2021 ab. Ihre Diplomarbeit wurde mit einem Stipendium der Stadt Wien ausgezeichnet und diente als theoretische Forschung für CINDY. Ihre aktuelle künstlerische Praxis erforscht Intimität, Befreiung aus einer queeren Perspektive und die Lenkung des Blicks, um zu hinterfragen, wie Körper verkörperte Narrative jenseits normativer Strukturen vermittelt.

Kenneth Constance Loe (SG/AT) ist Künstler:in, Autor:in und Performer:in aus Singapur, und lebt derzeit in Wien. Zusammen mit Ari Ban und Claire Lefèvre hat dey die holiday poets society gegründet, einem in Wien ansässigen Poesiekollektiv. Kenneth Constance Loes Praxis dreht sich um materielle und sensorische Fetische des Begehrens, Poetiken der Gastfreundschaft, Körpergedächtnis, queere Ökologien und andere tangentiale Gedanken durch eine performative Kollokation von Skulptur, Video, Bewegung, Text und Geruchsobjekten. Deren Gedichtmanuskript „sun-dried air“ war Finalist des Gaudy Boy Poetry Book Prize 2022. Weitere Gedichte wurden kürzlich in „rivulet 10: sound barrier“ und der Anthologie „New Singapore Poetries“ (Gaudy Boy, 2022) veröffentlicht. www.kennethloe.com

Luiza Furtado (BR/AT) wurde 1999 in Florianopolis, Brasilien, geboren. Sie lebte in Rio de Janeiro, wo sie 2021 ihren Bachelor in Industriedesign an der PUC erhielt. Für ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien zog Furtado nach Österreich. Ihre Forschung zum Thema Tanz verwebt Malerei, Skulptur und audiovisuelle Medien miteinander, um Verflechtungen von fiktionaler Spekulation und Hybridismus zu thematisieren und über mögliche ökologische Alternativen für die Gegenwart zu reflektieren.

Paula Hernandez Mollison (EC/AT) (*1997, Guayaquil, Ecuador) lebt und arbeitet zwischen Österreich, den Niederlanden und Ecuador. Sie zog nach Wien, um ein Diplom für Site Specific Art an der Angewandten zu erwerben, hat einen Bachelor of Fine Arts von der Königlichen Akademie der Künste in Den Haag und einen Foundation-Abschluss in Kunst und Design vom Central Saint Martins. Ihr Augenmerk liegt auf Situationen, Handlungen oder Objekten, die soziale, persönliche und politische Kontexte in Verbindung mit der Verlagerung von Menschen, Gütern und Emotionen einbetten. Beeinflusst von Fluxus und den Situationist:innen wird ihre Praxis von alltäglichen Erfahrungen gespeist, wobei sie sich alltäglichen Situationen zuwendet, während sie ihre Umgebung kartografiert. Sie betrachtet ihre Arbeit als eine Suche nach möglichen Wegen, die eher von den Wegen ausgehen, die wir mit unserem Körper beschreiten, und die sich aus automatischen Bewegungsabläufen und Beziehungen ergeben.

Valentino Skarwan (AT/GT) ist Künstler:in und Performer:in/Choreograf:in, der:die zwischen Wien und Guatemala City lebt und arbeitet. Skarwans Praxis entfaltet sich durch einen interdisziplinären Ansatz, der sich fließend zwischen Performance, Skulptur und Installation bewegt. Skarwan fühlt sich zu Formen hingezogen, die offen und durchlässig bleiben, mit flexiblen Formaten, die sich starren Definitionen widersetzen und die Betrachtenden zur aktiven Auseinandersetzung einladen. Valentino Skarwans Arbeiten brechen mit traditionellen Formen des Zuschauens und verwandeln passives Beobachten in verkörperte Teilnahme. Für Skarwan ist Intimität ein ökologisches Konzept – eine Möglichkeit, unsere gegenseitige Abhängigkeit mit menschlichen und nicht-menschlichen Wesen zu verstehen. Valentino Skarwan hat als Performer:in und Tänzer:in für verschiedene Künstler:innen und Choreograf:innen gearbeitet.