Im_flieger TEAM

Im_flieger TEAM v.l.n.r. Verena Herterich, Luigi Guerrieri, Anita Kaya, Tina Bauer

Im_flieger entwickelt eine flexible, organische und fluktuierende Struktur unter Mitwirkung von Künstler:innen unterschiedlicher Generationen, künstlerischer Ästhetik und Praxen. Sie erlaubt eine zeitweise Bündelung von Potentialen und Ressourcen sowie eine effektive Arbeitsteilung.

Das Im_flieger TEAM trifft sich für inhaltlichen und organisatorischen Informationsaustausch über Projekte, Koordination, Reflexion, Konzeption wie auch für praktischen künstlerischen Austausch, Research und Produktion. In der Leitung decken sich Verantwortung und Entscheidungskompetenz.
Die jeweiligen künstlerischen Interessen, Erfahrungen und das Know-How der mitwirkenden Künstler:innen fließen in die strukturelle Entwicklung des Gesamtkonzeptes sowie der einzelnen Projekte und Reihen ein. Durch die erworbenen praktischen Fähigkeiten und das angewandte strukturelle Denken im Tanz-/Performancekontext profitieren die beteiligten Künstler:innen ihrerseits von Im_flieger. Wissenstransfer findet statt.
Weitere Künstler:innen, Kulturakteur:innen und Raumpartner:innen sind projektspezifisch in verschiedenen Funktionen (Konzeption, Organisation, Koordination, Tanz, Choreografie, …) integriert. Für die Durchführung umfassender Projekte kooperiert Im_flieger mit unterschiedlichen Partner:innen, temporär werden Expert:innen(teams) miteinbezogen.

Anita Kaya (AT) geboren 1961, ist freischaffende Choreografin, Performerin und Kuratorin und lebt in Wien.  Unter dem Label OYA-Produktion (1988-2005) schuf sie Tanzproduktionen, ortsspezifische Performances, performative Installationen und Tanzvideos, die international präsentiert wurden. Im Jahr 2000 initiierte sie die Künstler:innen für Künstler:innen Initiative Im_flieger – Forschungslabor für Tanz, Performance und transmediale Kunst. (Konzeptförderung der Stadt Wien 2022-25). In künstlerischer Leitung und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstler:innen und Theoretiker:innen entwickelt sie neue Konzepte und Strukturen künstlerischer Kooperationen und Mentoring-Programme: z.B. das europäische Residenzprogramm für junge Choreographen TERRAINS FERTILES 05 (Innovationspreis 2005 der IG-Kultur Wien).  Sie beschäftigt sich mit dem Körper als Speicher des individuellen und kollektiven Gedächtnisses, und seinem Kommunikationspotenzial mit der Umgebung, der Menschlichen und mehr als Menschlichen: z.B. Translocations / One-to-One Performance bewegte sich an der Schnittstelle von Geschichte/ Trauma, Archivierung, Installation und Performance. 2023 kooperiert sie mit Theatercombinat/ Claudia Bosse im Rahmen der Produktion Bones & Stones als Performerin/Choreografin. 2019/20 absolvierte sie den Universitätslehrgang „Kuratieren in den Szenischen Künsten“ an der Universität Salzburg und München. Sie ist Co-Herausgeberin und -Autorin der Publikation VISCERAL FICTION – Im_flieger schreibt Geschichte/n – 20 Jahre Künstler:innen für Künstler:innen. 2021, monocrom. www.imflieger.net, www.stffwchsl.net

Luigi Guerrieri (IT/AT) ist ein Performancekünstler mit anthropologischem Hintergrund, der in Wien lebt. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Bewegung, Improvisation und Erzählkunst und verbindet akademische, künstlerische und körperliche Forschung. Luigi hinterfragt oft stark verankerte kulturelle Konzepte wie hegemoniale Männlichkeit oder die Diktatur des Wohlbefindens in FLOWERS. Er liebt es, gängige Redewendungen wie „son of a bitch” in DEINE MUTTER obsessiv zu wiederholen und alltägliche Ausdrücke wie „vor Freude springen” in BOUNCING JUMPING wörtlich anzuwenden. Guerrieris „autoethnografischer“ Monolog POOR GUY spielt humorvoll und unbeschwert mit der Doppelbedeutung von Selbstfindung und Selbstdarstellung – „ein narzisstisches Projekt, das eine narzisstische Welt mit ihren eigenen Waffen schlägt“. Seine Arbeiten wurden unter anderem im WUK Performing Arts, im Theater am Werk und im Schauspielhaus Wien/Impulstanz präsentiert. Luigi kümmert sich um seine Kinder, schreibt manchmal einen Blog, veröffentlicht von Zeit zu Zeit kurze Video-Performances auf Instagram und TikTok und arbeitet gelegentlich als Koch. www.luigiguerrieri.com

Tina Bauer (AT) studierte Kommunikationsdesign in Graz und Potsdam sowie künstlerische Fotografie an der Schule Friedl Kubelka in Wien, wo sie derzeit lebt. Bauer arbeitet mit (bewegten) Bildern, Grafik, Sound, Text und Performance. Neben ihren kreativen Tätigkeiten hat sie seit mehr als zehn Jahren umfassende Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Kommunikation und Veranstaltungsproduktion im Kulturbereich gesammelt. www.tinabauer.online

Verena Herterich (DE/AT) lebt und arbeitet als Tänzerin, Performerin und Choreografin in Wien. Ausbildung in Klassischem und Zeitgenössischen Tanz an der MUK Wien sowie an der AHK Amsterdam. Derzeit Masterstudium Social Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Sie* arbeitete u.a. mit Künstler*innen wie Guy Weizman & Roni Haver (Club Guy & Roni’s Poetic Disasters Club), Ingri Fiksdal, Linda Samaraweerová, Eva-Maria Schaller, Claudia Bosse und Christine Gaigg. Ihre* künstlerische Praxis wurde u.a. durch ein Startstipendium des BMKOES (2021), das PRÉAC Seminar und eine Research Residenz am ICI-CCN Montpellier von Lifelong Burning/danceWEB (2024) gefördert. In Zusammenarbeit mit dem Sound Artist und Autor Oravin war sie* Teil des Huggy Bears Programms 2022. 2024 wurde ihre* Arbeit „Myrth“ beim Rakete Festival in den Tanzquartier Studios Wien gezeigt. In radikaler Hingabe an die Körperlichkeit erforscht sie* das Eröffnen von Räumen und das Loslösen von Kategorien und Zuschreibungen. Aus den stetigen, unbewusst aktiven Bewegungen des porös-offenen Körpers nähert sie* sich konkreten und fiktiven Räumen, die sie* als zusammenhängende, bewegliche (Sinn-) Systeme begreift. Somatische, sinnlich-taktil-intuitive und assoziative Zugänge werden in der Bewegungssprache verflochten. Neben zeitgenössischen raumtheoretischen Konzepten fließen queerfeministische Diskurse und Überlegungen aus dem Neuen Materialismus in ihre* Praxis ein.