// KünstlerInnen_Initiative – Free Space and Experimental Ground for Dance, Performance and Transmedia Art

RESIDENCY@Im_flieger

 

SHARED EVENING //

Tanja Erhart (GB/AT) & Katharina

Senk (AT) /

Sophia Hörmann (AT) /

Robyn/Hugo Le Brigand (FR/AT)

 

SOLD OUT! Di 15. + Do 17.9.2020 // 19.30

 

Bräuhausgasse 40/ Souterrain, 1050 Wien // nicht barrierefrei

Bar & Buffet // freie Spende

Limitierte Plätze! Reservierungen bitte mit Kontaktdaten an imflieger@gmail.com

 

Ein geteilter Abend mit work-in-progress showings, die im Rahmen von RESIDENCY@Im_flieger entstanden sind bzw. weiterentwickelt wurden.

 

 

c Cornelia Commenda

j_e_n_g_a // Tanja Erhart & Katharina Senk

Die beiden Tänzer*innen und Choreograph*innen Tanja Erhart und Katharina Senk erforschen in ihrer Im_flieger-Residency die Ästhetik des Zugangs.

Aesthetics of Access ist ein Konzept, welches Künstler*innen der Disability Arts & Culture in Grossbritannien geprägt haben. Dabei geht es darum Wege zu finden, Kunst und Performances aus verschiedenen Perspektiven zugänglich zu machen und diese Zugänglichkeit nicht als Extra am Ende der künstlerischen Arbeit hinzuzufügen, sondern in den kreativen Prozess von Anfang an miteinzudenken. Das künstlerische Miteindenken von Access / Zugang macht nicht nur die Performance für das Publikum vielfältig erfahrbar, sondern kreiert eine eigene Ästhetik, die das Stück prägt.

In Tanja Erhart und Katharina Senk’s Tanzstück „j_e_n_g_a“ stellen sie pleasure – zu Deutsch: Genuss, Freude, Vergnügen, Zufriedenheit – und die zwei Krücken von Tanja in den Mittelpunkt: als radikale Schnittstelle des Diskurses zwischen Behinderung und Feminismus, und als lustvolle Bewegungsressource in der wechselseitigen Begegnung. Die Im_flieger-Residency wollen die vier Performer*innen dazu nutzen um die Ästhetik der Möglichkeiten zu erforschen, welche die Performance vielfältig zugänglich und multisensorisch erfahrbar macht.

Die Performance „j_e_n_g_a“ feiert in Ko-Produktion mit dem brut Wien Ende Jänner 2021 Premiere.

Konzept, Choreografie, Performance: Tanja Erhart & Katharina Senk

Bild: Cornelia Commenda

Infos bzgl. Zugang/Access zu den Räumlichkeiten „Im_flieger“ werden wir laufend aktualisieren.
Das Sharing findet in deutscher und englischer Sprache statt, und beinhaltet Audiodeskription und Untertitel in diesen beiden Sprachen.

 

Feeling backward (Arbeitstitel) // Sophia Hörmann

Die antike Figur Echo erinnert uns heute nur noch ‚Stimme‘ zu sein, die uns am Berg, in Grotten und Höhlen – naturverbunden, unzugänglich und menschenscheu – antwortet. Die Praxis der Echo (als eine Figuration der Wiederholung) kann abstrahiert als Widerhall (von ungehörten Stimmen und ungeliebten Körpern) in den szenischen Künsten der Gegenwart neu gedacht werden. Echo als stimmliche/körperliche ‚Vervielfältigung‘ markiert den zentralen Gegenstand dieser performativen Untersuchung. Das intendierte Projekt ist ferner eine Auseinandersetzung mit Verlust und dem Rückzug in das Private, das im 21. Jahrhundert tendenziell mit Ruhe, Ritual und Reinigung in und durch die Natur
assoziiert wird. Die künstlerische/wissenschaftliche Recherche spannt den Bogen von antiken- griechischen Pflege-Ritualen zu gegenwärtigen stigmatisierten Aspekten von Frau-Sein bis hin zum aktuellen Hype um Self-Care und die narzisstischen Tendenzen dieser (uns selbst auferlegten) Selbstliebe. Echo ist nicht nur eine weibliche Figur und ein historischer Körper, sondern auch Referenzpunkt für die aktuelle Frage, wie wir Erfahrungen und Krisen bewältigen können, die sich in uns körperlich eingeschrieben haben und/oder mit negativen Gefühlen (die unerfüllte Sehnsucht die zur Obsession mutiert) als Überbleibsel (sogenannte ‚leftovers‘) in der Zukunft einhergehen. In der Bewegungsrecherche im Zuge der Residency im_flieger wurden diese Prägungen und überlieferten Traumata in Körpern durch eine sogenannte ‚echoing the body‘ Improvisationsstruktur untersucht und nachgespürt.

Choreografie, Tanz, Konzept: Sophia Hörmann (HÖRFRAU Kollektiv, AT)

Konzept, wissenschaftl. Dokumentation: Johanna Hörmann, M.A. (HÖRFRAU Kollektiv, AT)

Sound: Sanna Lu Una, Sophia Hörmann

Kostüm: Agnes Varnai

Foto: Gwen Meta

 

Manège // Robyn/Hugo Le Brigand

In Manège lässt sich Robyn/Hugo Le Brigand von Pferden inspirieren und kreiert zusammen mit Evandro Pedroni ein hypnotisierendes Karussell. Auf groteske Weise erkunden sie die grandiose Virtuosität, die traditionell in Reitschulen zu beobachten ist, bei den Begegnungen zwischen Pferd, Pferdemensch und Pferdespiel. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Spannung auszudehnen und die Absurdität zu umarmen, indem sie Partituren für eine kommende „Pferde-Show“ entwickeln.

 

 

Konzept & Choreografie: Robyn/Hugo Le Brigand

Choreografische Zusammenarbeit: Evandro Pedroni

Performance: Robyn/Hugo Le Brigand, Evandro Pedroni

Künstlerische Beratung: Sebastiano Sing

 

Tanja Erhart identifiziert sich selbst als crip bzw. behinderte und chronisch kranke Tänzer*in, Choreograph*in und Kulturanthropolog*in. In Österreich aufgewachsen und in London lebend, performte Tanja weltweit in Stücken von Candoco Dance Company, Farah Saleh, Michael Turinsky etc. und tourt aktuell mit dem Ensemblestück von Claire Cunningham „Thank You Very Much“. Derzeit setzt Tanja sich aktiv für intersektionale Behindertengerechtigkeit und Pleasure Activism in den Bereichen Tanz, Ableismus, Zugang bzw. Access & Care ein.

www.tanjaerh.art

 

Katharina Senk ist österreichische Tanzschaffende und lebt in Wien. Sie performte u.a. in den Arbeiten von Doris Uhlich, Florentina Holzinger und Georg Blaschke. In ihrem persönlichen künstlerischen Schaffen arbeitet sie an der Verbindung ihres Interesses an (Post-)Humanismus, Feminismus und Sozialer Gerechtigkeit mit ihrem Wissen aus den Bereichen Tanz, Bewegung und Kampfkunst. Gemeinsam mit ihrer Kolleg*in Tanja Erhart, die sich selbst als behinderte Künstler*in identifiziert, widmet sie sich dem Erforschen von lustvollen Tanz-Praktiken mit „(assistiven) Objekten“.

www.katharinasenk.com

 

Sophia Hörmann ist eine in Wien lebende Performerin, Tänzerin und Choreografin. Nach ihrem Studium an der MUK Universität Wien und der Escola Superior de Danca in Lissabon arbeitete sie an ihren ersten choreografischen und filmischen short works „Where does the body begin?“, „Endstation Seestadt“ und „My pony is over the ocean“. Ferner kollaborierte sie mit Nature Theater of Oklahoma, Florentina Holzinger,, Doris Uhlich, El Conde de Torrefiel, Adolfo Garcia, Brigitte Wilfing, Saint Genet, dem Steirischen Herbst sowie mit PARALLEL Vienna. 2017 erhielt sie im Zuge einer Ausschreibung des Bundeskanzleramtes für Kunst und Kultur ein Mentoring mit der renommierten österreichischen Choreografin Doris Uhlich. 2018 erhielt Sophia Hörmann das „Stadttänzerin 2018“ Stipendium in Klagenfurt. Residencies u.a. im nadaLokal (Amanda Pina) und Arbeitsplatz Wien. 2019 zeigte sie ihr Solo „GLOWING current moods“ im Zuge des imagetanz Festivals im brut.
www.sophiahoermann.com

 

Johanna Hörmann absolvierte ihr Studium der Theater-, Film- und Medientheorie in Wien und Berlin. Seit April 2018 ist Johanna Hörmann, M.A. als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Universitätsassistentin) der Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg beschäftigt. Sie ist als freiberufliche Dramaturgin im Bereich Performance, Zeitgenössischer Tanz und hybriden Kunstformen tätig.
https://hoerfraukollektiv.weebly.com

 

Robyn/Hugo Le Brigand (geb. 1991, Frankreich) materialisiert künstlerische Ideen, Visionen und Obsessionen durch den sich bewegenden Körper. Im Jahr 2019 performte er das Solo sans-culottes beim Festival Imagetanz, brut Wien. Er erhielt das START-Stipendium für Musik und darstellende Kunst des österreichischen Bundeskanzleramtes (2018) und wurde als Teilnehmer des danceWEB-Stipendienprogramms beim Festival ImPulsTanz ausgewählt (2017).

www.hugolebrigand.com

Fotos von Franzi Kreis